IMG_0903Der Alltag während des dreimonatigen Völkermordes in Ruanda um 1994 glich einem schrecklichen Albtraum, aus dem man nicht mehr aufwacht: „Nachbarn töteten Nachbarn, Lehrer ihre Schüler, Nonnen verbrannten Gläubige, Kinder erschlugen Kinder. Die Flüsse führten mehr Leichen als Schwemmholz.“* Das Morden schien kein Ende zu nehmen. Es kämpften die Hutu gegen die Tutsi, die Ackerbauern gegen die Viehwirte. Nach drei Monaten waren eine Million Menschen tot, davon hauptsächlich Männer.  Schätzungen zufolge betrug der Frauenanteil der Bevölkerung unmittelbar nach dem Genozid 70 Prozent.

Nebst den schrecklichen Kriegsfolgen, unter welchen sie litten, mussten die Frauen in Ruanda auch nach dem Krieg noch um ihr Leben fürchten, denn nie zuvor waren sie auf sich alleine gestellt. Frauen hatten nämlich bisher keinerlei Rechte, arbeiteten kaum und wagten sich ohne Mann nicht auf die Strasse. Dies änderte sich aber rasant, als die ruandischen Frauen ihrem Überlebensinstinkt folgten. Sie waren es, die nach dem Krieg die zerfallenen Häuser reparierten und sie waren es, die die rund 100‘000 Waisenkinder unter sich aufteilten. Mehrere in- und ausländische Studien belegen, dass es die Frauen waren, die nach dem Krieg ihr Land wieder ins Gleichgewicht brachten und befriedeten.

IMG_8019 „(…) der Genozid löste auch eine positive Entwicklung aus: die Emanzipation der Frauen.“ Dieses Zitat aus der Zeitschrift „Annabelle“ trifft den Gedanken, den niemand auszusprechen wagte.  Nebst dem Horror, den die Menschen in Ruanda erleben mussten, wurden die Frauen „dank“ dem Völkermord selbständig, gründeten Unternehmen und stiegen in die Politik ein.

Bis heute spielen die Frauen eine Hauptrolle in der Gesellschaft Ruandas. So hat das Land mit 64 Prozent den weltweit höchsten Frauenanteil im Parlament. Ausserdem ist jedes zweite Klein- und Mittelunternehmen in Frauenhand.*

Auch SILOAH hat den Fleiss der ruandischen Frauen erkannt und unterstützt diese gemeinsam mit unserem Projektpartner vor Ort „Solace Ministries“ mit einem Agrarprojekt.

Unbenannt-1Das Projekt unterstützt hauptsächlich Waisen und Witwen, die sich zusammengeschlossen und neue Familien gegründet haben. Den Kindern vermitteln wir Patenschaften, mit welchen zum einen die Schulbildung der Kinder bezahlt wird. Der zweite Teil des Patenschaftsbetrages ermöglicht es den Müttern, Obst und Gemüse anzubauen.  Der Ertrag dient primär der Eigenversorgung, bei Überschüssen jedoch darf die Ernte verkauft werden, denn diese schafft Einkommen.

Diese Hilfe zur Selbsthilfe gibt den Familien Zukunft und eine Existenzgrundlage. Sie verbessert das Leben der Kinder und Frauen nachhaltig, verändert das Umfeld unmittelbar, positiv und langanhaltend.

Die Frauen in Ruanda haben im Genozid von 1994 ihre Ehemänner, ihre Brüder und Kinder verloren. Doch sie waren es, die ihr Land wieder aufbauten und daraus ein neues Ruanda erschufen. Ein Ruanda, in dem die Frauen arbeiten und ihre Meinung äussern dürfen. Bis heute ist die Entwicklungszusammenarbeit mit den Frauen in Ruanda ein Erfolg und so soll sie weiterhin ausgebaut werden.

Unterstützen auch Sie die Projektarbeit von SILOAH in Ruanda oder übernehmen Sie eine Patenschaft für ein Kind. Wir freuen uns über Spenden mit dem Betreff „Frauen Ruanda“ auf unser Spendenkonto 60-329646-6 oder ein ausgefülltes Patenschaftsformular! Vielen Dank!

 

*Quelle: http://www.annabelle.ch/leben/gesellschaft/frauenwunderland-42248

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