IMG_4749In einen Bienenstock geworfen, am Fluss ausgesetzt, um von den Krokodilen gefressen zu werden – die Bräuche, die in Guinea-Bissau angewendet werden, um böse Geister  zu töten, sind erschreckend. Vor allem, wenn die bösen Geister unschuldige Kinder sind. Behinderte Kinder haben besonders zu kämpfen mit der dunklen Kultur in Guinea-Bissau, aber auch völlig gesunde Kinder sind betroffen. Bei einem scheinbar willkürlichen Verdacht auf einen bösen Geist werden die Kinder entführt, misshandelt oder gar getötet. Die Familie wird vom Dorf verbannt.

Akzeptanz und Schutz finden betroffene Kinder in glücklichen Fällen im Waisenhaus Casa Emanuel in der Hauptstadt Bissau. Seit der Gründung mit ein paar wenigen Kindern durch Isabel Johanni Mora aus Costa Rica in 1997 leben mittlerweile weit über 100 Waisen im Casa Emanuel. Zum Waisenhaus dazu gehören auch eine Schule und ein Gesundheitszentrum, wovon auch rund 300 Kinder aus der näheren Umgebung profitieren können. Eine Trennung zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern wird hier keine gemacht. Schlafräume und Klassenzimmer werden von allen geteilt.

 

MuniroDer kleine Muniro lebt seit fünf Monaten im Casa Emanuel. Obwohl er keinem Handicap ausgesetzt ist, wurde auch er in seinem Dorf als böser Geist angesehen. Weshalb, weiss niemand, wie uns Josi, Mitarbeiterin vom Casa Emanuel, erzählte:
„Vor fünf Monaten brachte Muniros Vater seinen 5 jährigen Sohn in unser Waisenhaus. Er war sehr traurig und sagte uns, dass er seinen Sohn hierlassen müsse. Als wir ihn fragten, weshalb er nicht mehr zu Muniro schauen könne, erzählte er uns, dass er mit ihm aus seinem Dorf Manpada fliehen musste, weil die Dorfbewohner seinen Sohn dem Teufel „Iran“ opfern wollten. Eine genauere Erklärung haben wir nicht erhalten, denn hier spricht man nicht über die dunkle Kultur, die in Guinea-Bissau vorherrscht. Wir konnten in seinen traurigen Augen sehen, dass ihm seine Entscheidung sehr schwer fiel und dass er für seinen Sohn alles andere wollte, als dass er in einem Waisenhaus weit weg von seiner Familie aufwachsen muss.
Als sein Vater gegangen war, überkam den kleinen Muniro die Traurigkeit. Er weinte den ganzen Tag und suchte seinen Vater. Er hatte anfangs grosse Mühe, sich mit anderen Kindern zusammenzuschliessen.
Jetzt nach fünf Monaten ist Muniro ein ganz anderes Kind geworden. Er ist glücklich und hat viele Freunde, die ihn lieben. Jedoch wissen wir, dass tief in seinem Herzen immer sein Vater sein wird, der sich für immer von ihm verabschiedet.“

 

IMG_0829Josi ist sich sicher, dass es noch ganz viele ähnliche Geschichten gibt, wie die von Muniro. Doch helfen kann das Casa Emanuel nur, wenn die betroffenen Eltern ihre Kinder ins Waisenhaus bringen. Dort hat ora international ein erfolgreiches Patenschaftsprogramm aufgebaut, welches wir stets mit neuen Patenschaften erweitern wollen. Eine Patenschaft lässt ein Kind wie Muniro seine schreckliche Vergangenheit vergessen und zeigt ihm, dass es geliebt wird. Die Kinder dort sind Schulkameraden, Freunde und Familie zugleich, was die Heilung psychischer Wunden immens vorantreibt. Ausserdem erhält das Kind eine Schul- und Berufsbildung und wird mit gesunder Nahrung und Medizin versorgt.

Helfen Sie mit und unterstützen Sie dieses wichtige Projekt im Casa Emanuel mit einer Spende unter dem Betreff „Casa Emanuel“ auf unser Spendenkonto 30-19969-6 oder mit einer Kinderpatenschaft!

 

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